Homosexualität: Definition und Geschichte

Wer homosexuell ist, ist schwul. So lautet in der Regel die allgemeine Erklärung. Doch wie wird Homosexualität im Allgemeinen sachlich definiert und innerhalb von Deutschland oder auch im Ausland betrachtet? Und wie hat sich das Ansehen von Homosexuellen im Laufe der Geschichte verändert?

Homosexualität: Definition

andere-schwule-kennenlernenDer Begriff Homosexualität ist eine Bezeichnung für die sexuelle Orientierung eines Menschen. Hier ist das eigene sexuelle Verlangen vor allem auf andere Menschen mit dem gleichen Geschlecht ausgerichtet. Bisher konnte wissenschaftlich jedoch noch nicht belegt werden, warum einige Menschen eine sexuelle Vorliebe für das eigene Geschlecht entwickeln. Oftmals werden sich Schwule im Teenager-Alter über ihre Homosexualität bewusst. In vielen Fällen wird dann zunächst einmal versucht, diese vor sich sowie vor anderen Menschen zu verleugnen, bis man sich schließlich die eigene sexuelle Orientierung eingesteht. Zumeist vergeht dann noch etwas Zeit, bis man anderen von der eigenen Homosexualität berichtet. Doch natürlich gibt es die gleichgeschlechtliche Liebe nicht nur bei Männern, sondern ebenfalls bei Frauen. Allerdings lautet bei letzterem die richtige Bezeichnung „lesbisch“. Ebenso ist es aber möglich, dass Du Dich gleichermaßen zu Männern sowie auch zu Frauen hingezogen fühlst. In diesem Fall lautet die korrekte Bezeichnung „bisexuell“.

Homosexualität und die gesellschaftliche Bewertung

Das Schwulsein wird je nach Kultur unterschiedlich angesehen. In der Vergangenheit betrachtete man Homosexualität sogar als krankhaft und ächtete sie als Straftat. So wurden Schwule beispielsweise auch stark benachteiligt sowie diskriminiert. Allerdings hat sich mittlerweile die öffentliche Haltung gedreht, sodass homosexuelle Menschen in der Gesellschaft zumeist akzeptiert werden. Dies gilt jedoch nicht immer, denn es existieren durchaus auch noch konservativere Kreise, in denen das Schwulsein nicht so gerne gesehen wird und unter Umständen auch als „unnatürlich“ sowie als „Sünde“ bezeichnet wird. Doch nicht nur in der Gesellschaft, sondern ebenfalls auf politischer und rechtlicher Ebene hat sich in Bezug auf die Homosexualität einiges getan. So ist es zum Beispiel homosexuellen Menschen seit 2001 möglich, eine eingetragene Lebensgemeinschaft einzugehen. Eine solche Lebensgemeinschaft ist der Ehe von Heterosexuellen in vielen Belangen gleichgestellt. So ist es kaum verwunderlich, dass umgangssprachlich beziehungsweise im Allgemeinen die Lebensgemeinschaft auch als „Ehe“ für Homosexuelle angesehen wird. Immerhin ist sie eine Möglichkeit, mit der sich Homosexuelle ebenfalls öffentlich und in rechtlicher Hinsicht zueinander bekennen können.

Die Geschichte der Homosexualität

Geschichtlich gesehen war die rechtliche Situation sowie das Ansehen der Homosexualität je nach Kultur sehr unterschiedlich geprägt. So wurde das Schwulsein beispielsweise innerhalb des Christentums geächtet. Der Hintergrund hierfür war, dass man Sexualität und Lust generell als eine Sünde bezeichnete. Dies wurde nur innerhalb der heterosexuellen Ehe geduldet und das auch nur, um Kinder zu zeugen. Wer dagegen schwul war, der begann, laut dem damaligen Glauben, ein sehr schweres Verbrechen gegenüber der Natur und Gott. Mit der Zeit wurde das Schwulsein jedoch zunehmend als eine Krankheit angesehen, die geheilt werden musste. Das war vor allem während der Französischen Revolution sowie während der Zeit der Aufklärung der Fall. Allerdings mussten Schwule in Preußen noch bis 1974 mit der Todesstrafe rechnen, wenn ihre sexuelle Orientierung bekannt wurde. Dann jedoch sah man von einer Todesstrafe ab. Dafür erwartete Homosexuelle dann eine Gefängnisstrafe, die im Jahre sogar 1872 sogar in das damalige Strafgesetzbuch aufgenommen wurde. Der § 175 behielt noch eine lange Zeit Bestand. Die Nationalsozialisten wandten den Paragraphen bis zum Jahre 1969 stark verschärft an. Selbst das Bundesverfassungsgericht erkannte dies 1957 an. Erst im September des Jahres 1969 wurde der Paragraph immerhin so weit abgeändert, dass das Schwulsein lediglich dann als strafbar galt, wenn es sich um Männer unter 21 Jahren handelte. 1973 wurde das Alter herabgesetzt und zwar auf Menschen, die unter 18 Jahren alt sind. Schließlich kam es dann im Jahre 1994 zur kompletten Streichung des Paragraphen. Dies geschah im Rahmen der Angleichung des Rechts mit der DDR. Zugleich fand hier auch eine Anpassung an das Sexualstrafrecht von heterosexuellen Menschen statt. Allerdings gilt selbst in der heutigen Zeit das Schwulsein im Bereich des Christentums offiziell noch als Sünde. Dennoch ist heutzutage in den westlichen Industrieländern die Homosexualität schon längst nicht mehr strafbar. Solltest Du jedoch mit Deinem Partner in andere Länder verreisen, gilt es aufzupassen. Denn beispielsweise in einer Vielzahl von Ländern, die der islamischen Kultur angehören, wird Homosexualität auch heute noch bestraft und das teilweise sogar mit der Todesstrafe. Das gilt zum Beispiel für den Irak und Afghanistan. Hier gilt es zu überlegen, ob Du Dich wirklich in diesen Ländern aufhalten möchtest. Natürlich besteht ebenfalls die Möglichkeit, Deine Orientierung während Deines Aufenthaltes zu verbergen. Dauerhaft dort zu leben könnte sich aller Wahrscheinlichkeit nach jedoch als Problem herausstellen. Schließlich musst Du hier, selbst wenn Du Deine Neigung unterdrückst und verheimlichst, doch damit rechnen, dass Deine sexuelle Orientierung entdeckt wird. Außerdem ist es sicherlich nicht angenehm, sich dauerhaft zu verstellen.

Schwule heute

Heute ist es hierzulande in der Regel kein Problem, wenn Du Dich als Schwuler outest. Zwar gibt es immer noch einige Menschen, die dies nicht gerne sehen aber Du musst wegen Deiner sexuellen Orientierung keine Gefängnis- oder gar Todesstrafe mehr befürchten. Mittlerweile finden zum Beispiel auch Schwulen-Umzüge und -Partys statt. Ebenso gibt es ebenfalls Schwulen-Bars und ähnliches. So hast Du beispielsweise auch eine Anlaufstelle, an der Du Gleichgesinnte treffen kannst. Dies alles zeigt auf, dass Homosexuelle verstärkt in der Gesellschaft integriert werden. So ist es oftmals nichts Besonderes mehr, Schwulen zu begegnen. Das eigene Coming-out ist dagegen für viele Schwule nicht ganz so einfach. Während sich einige Homosexuelle recht schnell über ihre sexuelle Orientierung im Klaren sind und damit gut klarkommen, ist es für andere Schwule schwerer, sich mit diesem Gedanken anzufreunden. Des Weiteren fragt man sich natürlich auch, wie Familie, Freunde, Bekannte und Kollegen mit der eigenen Homosexualität umgehen. Oftmals ist es jedoch so, dass ein Coming-Out von der betreffenden Person als befreiend empfunden wird. Schließlich hat dadurch die Geheimhaltung endlich ein Ende und es kann so gelebt werden, wie man ist. Allerdings kann es natürlich auch sein, dass das Coming-Out nicht überall gut aufgenommen wird. Hier musst Du selbst abwägen, ob und wem Du von Deiner sexuellen Orientierung erzählst. Zwischenzeitlich ist es im Übrigen selbst im Bereich der Wissenschaft jedoch unumstritten, dass das Schwulsein ganz einfach zur menschlichen Sexualität dazugehört.

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